Virales Marketing
31. Juli 2008
Der eigentliche Nutzen entsteht für Dienst-Anbieter nicht nur durch die Integrierbarkeit in ein Netzwerk mit geschätzten 23 Millionen aktiven Nutzern. Eine weitere, durchaus umstrittene Facebook-Funktion wird gewissermaßen das virale Marketing für solche neuen Applikationen selbst besorgen. Installiert sich ein Nutzer zum Beispiel für Musikempfehlungs-Software (die ihn etwa darauf aufmerksam macht, wenn seine Lieblingsband in der Nähe ein Konzert gibt), dann wird das auch allen seinen Facebook - “Freunden”, also allen Menschen in seiner Netzwerk-Liste, mitgeteilt. Somit können Freundesnetze zu Werbenetzen werden.
Jede neue Anwendung vermarktet sich alos auf diese Weise innerhalb der Community von Facebook selbst - mit einem Klick auf einen Link kann Student B die Anwendung ebenfalls installieren, die sein Freund Student A gerade in sein Profil integriert hat. Sobald er das tut, wird auch dies wiederum an all seine “Freunde” weitergemeldet und so weiter: Vermarkter sehen bei solchen Aussichten goldigen Zeiten entgegen - das eigene Produkt bewirbt sich quasi selbst, dynamisch, netzwerkgetrieben, also potentiell exponentiell und mit unerreichter Glaubwürdigkeit persönlicher Kontakte aufgewertet.
Die Entwickler von facebook gehen laut spiegel.de noch weiter, um die Teilnahme am riesengroßen Netzwerk-Marktplatz Facebook schmackhaft zu machen: Umsätze aus in den extern zugelieferten Applikationen geschalteter Werbung und anderen Geschäften, die darüber abgewickelt werden, sollen den externen Anbietern auch zu 100 Prozent zufallen - etwa, wenn Student A mit einem Klick schließlich eine Karte für das empfohlene Konzert kauft und der Empfehlungsdienst dafür eine Provision kassiert. Beim Riesenkonkurrenten MySpace wäre das undenkbar - dort verkauft nur MySpace Werbung und sonst niemand. (spiegel.de)

